Der Einsatz der Technischen Analyse im Forex-Markt gilt als sehr vielversprechend und ist gerade aufgrund des Hebeleinsatzes dringend zu empfehlen. Trendfolgende Ansätze sind dabei ebenso aussichtsreich wie Swing-Trading oder Ausbruchstrategien. Da die Währungsmärkte gemeinhin sehr trendstark sind, ist die Identifizierung vorherrschender Marktimpulse von großer Bedeutung. Ist ein Trend gefunden, kann mit simplen Strategien erfolgreich gehandelt werden. Der Einstieg am unteren Ende eines Trendkanals und der Ausstieg am oberen Ende beispielsweise kann bereits eine profitable Vorgehensweise darstellen.
Die Anzahl der handelbaren Währungspaare sowie die Möglichkeit, an steigenden wie fallenden Kursen gleichermaßen zu partizipieren, machen den Einsatz eines Filters sinnvoll. Werden durch Trendfilter diejenigen Währungspaare identifiziert, die sich einem intakten Trendstadium befinden, stehen in der Regel ausreichend Märkte in aussichtsreicher Konstellation zur Verfügung, so dass profitabel gehandelt werden kann.
Die Instrumente der Technischen Analyse, die im Forex-Markt zum Einsatz kommen, entsprechen denen, die auch in anderen Märkten genutzt werden. Trendlinien- und Kanäle finden sich dabei ebenso wie Bollinger Bänder oder Fibonacci-Retracements. Technische Indikatoren, wie der MACD oder der RSI, können ebenfalls eingesetzt werden. Meist bieten die Handelsplattformen eine komplette Anwendung zur Technischen Analyse, so dass auf den Kauf einer separaten Software verzichtet werden kann.
Fallstricke finden sich bei der Kursdaten-Versorgung. Da Market Maker immer zwei Kurse stellen –einen, zum dem Anleger kaufen können sowie einen, zu dem verkauft werden kann – stellt sich die Frage, welchen Teil der Quotierung Trader bei der Analyse nutzen sollten. In vielen Fällen bieten die Plattformen einen Mittelkurs an, der sich als arithmetisches Mittel der Geld- und Brief-Notierung versteht. Grundsätzlich ist gegen diese Vorgehensweise nichts einzuwenden. Bei Ausbruchstrategien allerdings sollte berücksichtigt werden, dass die Kurse, die in der Analyse verwendet werden, lediglich Näherungen darstellen. Dementsprechend sollten Ein- und Ausstiegslevels etwas großzügiger definiert werden, damit sich die Anzahl der Fehlausbrüche, die getradet werden, nicht erhöht.
Wie in allen anderen Märkten auch sollten Candlestick-Charts mit logarithmischer Skalierung verwendet werden. Logarithmische Skalierungen bilden Kursbewegungen prozentual und nicht absolut ab und geben deshalb ein besseres Bild über die Verfassung eines Marktes. Die lineare Skalierung hingegen zeigt regelmäßig dort konstante Trends an, wo eigentlich eine abschwächende Aufwärtsdynamik indiziert werden müsste.
Wie immer bei der Technischen Analyse ist es auch im Forex-Markt sehr wichtig, die richtigen Charteinstellungen zu nutzen. Dies betrifft nicht nur die gewählte Chartart und die Skalierung. Vielmehr sollte die Betrachtung eines Marktes auch immer in dem Zeithorizont erfolgen, in dem der Investor handeln will. So trivial und selbstverständlich dies erscheinen mag, so häufig ist ein nicht an das eigene Vorhaben angepasster Zeithorizont auch Quelle für Fehler. Wer auf die mittelfristige Aufwärtsbewegung des Euros spekuliert, die sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis hin zu einigen Monaten erstreckt, sollte keinesfalls Minutencharts im Intraday-Fenster nutzen. Dabei geht nicht nur die erforderliche Übersicht verloren, sondern die optisch großen Bewegungen im schmalen Zeitfenster der Chart-Anwendung können auch zu einem unnötig hohen Maß an Nervosität führen.
Wer sehr lange Kurszeiträume von fünf Jahren oder mehr in seine Überlegungen miteinbeziehen will, muss bei den meisten Plattformen zusätzliche Kursdaten nutzen, da fast kein Market Maker über so weit zurückreichende Kursdaten verfügt.
