Bei allen Handelsplattformen stehen Anlegern verschiedene Orderzusätze im Forex Handel zur Verfügung, die bei korrektem Einsatz das Handelsergebnis verbessern und den Zeitaufwand minimieren können. Anders als im Aktienhandel sind die einzelnen Zusätze aber nicht mit standardisierten Bezeichnungen ausgestattet, sondern werden von jedem Market Maker unterschiedlich genannt.
Limitorders beispielsweise werden bei ABN Amro als „Market if touched“ Order bezeichnet. Dies bedeutet, dass bei Erreichen eines vom Trader definierten Kursniveaus eine unlimitierte Marktoder abgeschickt wird und die Ausführung zum nächstbesten Kurs erfolgt. In der Regel besteht dabei die Möglichkeit, den Verfall des Auftrags auf die Minute genau zu definieren. Anleger sollten sicherstellen, dass bei Basiswerten, die sehr lange und in den Abendstunden mitunter sehr dünn gehandelt werden, eine starke Ausweitung des Spreads zu einer ungewollten Ausführung der Order führen kann. Im Forex-Markt sind derartige Probleme allerdings sehr unwahrscheinlich.
Trailing-Stopps stellen eine weitere Alternative dar, die professionelles Risiko- und Moneymanagement bei geringstem Zeitaufwand ermöglicht. Das Prinzip: Entwickelt sich eine Position positiv, wird das Stopp-Loss-Level kontinuierlich hinter den Kursen nachgezogen, so dass bereits erzielte Gewinne gesichert werden können. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich insbesondere dann, wenn große Hebel eingesetzt werden und bereits kleine Rücksetzer des Marktes zu gravierenden Verlusten führen können. Trailing-Stopps nehmen dem Anleger viel Arbeit ab und erledigen einen Teil des Risiko- und Money-Managements im Alleingang. Die flächendeckende Einführung dieses nützlichen Werkzeugs ist daher sehr zu begrüßen.
Da der Handel im Forex-Markt stets sehr liquide ist, spielen FOK-Orders, wie sie im Aktienmarkt häufig platziert werden, eine untergeordnete Rolle. Auch garantierte Stopp-Loss-Orders, wie sie beispielsweise von CMC-Markets angeboten werden, sind von untergeordneter Bedeutung. Die wesentlichen Werkzeuge sind die angesprochenen Limit-Orders sowie Stopp-Loss (bzw. Stopp-Buy) und Trailing-Stopps. Kosten fallen für die Zusätze bei keinem Anbieter an.
Es empfiehlt sich, vor der Aufnahme des Handels die möglichen Orderzusätze, die der Market Maker auf seiner Plattform bereitstellt, zu erkunden und sich Kenntnis darüber zu verschaffen, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Sofern die Plattform den Handel mit Devisen ebenso ermöglicht wie das Trading von CFDs auf Aktien, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass möglicherweise nicht alle Orderzusätze in allen Märkten möglich sind. In der Regel können jedoch gravierende Fehler ohnehin nicht passieren, da das System die Order ablehnt, wenn ein nicht durchführbarer Zusatz erteilt wird. Wichtig ist es darüber hinaus, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie einzelne Orderzusätze in der grafischen Darstellung des Systems umgesetzt werden. Stopp-Loss-Level beispielsweise werden standardmäßig durch eine rote, auf dem entsprechenden Kursniveau horizontal verlaufende Linie dargestellt. In den Systemeinstellungen der Plattform lässt sich dies bei Bedarf verändern: Die Farbe der Linie kann ebenso angepasst werden wie ihre Stärke und ihre Beschaffenheit (z.B. gestrichelt anstatt durchgezogen). Gerade in Verbindung mit charttechnischen grafischen Elementen, wie Trendlinien oder Trendkanälen, Fibonacci-Retracements oder Bollinger Bands können die Darstellungen der Orderzusätze im Chart leicht zu optischer Verwirrung führen. Eine Adjustierung an die eigenen Belange ist deshalb unbedingt empfehlenswert.
Viele Orderzusätze können standardisiert werden und müssen dann vom Investor nicht jedes Mal neu an das System ergehen. Trailing-Stopps beispielsweise lassen sich bei vielen Plattformen automatisieren, so dass die entsprechende Option bereits voreingestellt ist, wenn das Order-Ticket abgeschickt wird.
