Der Forex-Markt bietet eine Vielzahl von Anlagemöglichkeiten. Die wichtigsten Währungen sind der Euro (EUR), der US-Dollar (USD), der japanische Yen(Yen), das britische Pfund (GBP), der Schweizer Franken (CHF), der Australische Dollar (AUD)und der kanadische Dollar(CAD). Darüber hinaus können bei den meisten Handelsplattformen zahlreiche weitere Währungen gehandelt werden, wie die Türkische Lira, der Neuseeland-Dollar oder die Norwegische Krone. Währungen werden immer in Paaren gehandelt, beispielsweise der Euro gegen den Dollar (EUR/USD). Die vorgenannte Notierung bedeutet bei einem Wechselkurs von beispielsweise EUR/USD 1,4022, dass für einen Euro 1,4022 Dollar zu zahlen sind. Viele Anleger sind beim Blick in die Zeitung verwirrt, da es zwei Möglichkeiten gibt, ein Wechselkursverhältnis darzustellen. Anstatt, wie in obiger Illustration, den Euro als Numeraire zu nutzen und die Menge Dollar anzugeben, die für den Erwerb eines Euros notwendigerweise aufgebracht werden muss, kann auch der Dollar fixiert und der Euro-Betrag angegeben werden, der für den Kauf eines US-Dollars notwendig ist: Der Kurswert beliefe sich im Beispiel auf 0,7132. Beide Darstellungen sind im Hinblick auf das Wertverhältnis der Währungen zueinander identisch, führen aber besonders bei der grafischen Darstellung oft zu Missverständnissen. Der Zusammenhang zwischen beiden Notierungen ist dabei außerordentlich trivial: Der eine Kurswert ist der Reziprok (Kehrwert) des anderen.
Devisen werden –mit Ausnahme des japanischen Yens -immer mit vier Nachkommastellen notiert. Die Veränderung eines Wechselkurses um eine Stelle in der vierten Nachkommastelle wird als Veränderung um ein „Pip“ bezeichnet. Pips sind im Forex-Markt die Größenordnungen für Preisänderungen und werden unter Profis anstelle von prozentualen Angaben genutzt. Eine Kursveränderung um 100 Pips, die zu einer Veränderung um eine Dezimalstelle an der zweiten Nachkommastelle führt, wird im Jargon auch als „Big Figure“ bezeichnet.
Ein weiterer wichtiger Begriff im Währungshandel ist das so genannte Lot. Ein Lot bezeichnet 100.000 Einheiten einer bestimmten Währung. Wer beispielsweise sieben Lots im EUR/USD gekauft hat, unterhält eine Position im Gegenwert von 700.000 Euro. Aufgrund der Hebelwirkung sind derartige Dimensionen im Forex-Alltag auch unter Privatanlegern nicht ungewöhnlich.
Die Entwicklung der Wechselkurse hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Variablen ab. Insbesondere makroökonomische Größen sind dabei in mittel- und langfristiger Perspektive von großer Bedeutung. In der volkswirtschaftlichen Theorie wird davon ausgegangen, dass es im Marktgleichgewicht eine Kaufkraftparität gibt. Diese besagt, dass die Kaufkraft einer Währung stets in einem konstanten Verhältnis zu der einer anderen steht. Theoretisch führt deswegen eine höhere Inflation in den USA dazu, dass sich der US-Dollar gegenüber anderen Währungen abwertet. In der Praxis sind solche Überlegungen jedoch nur sehr begrenzt von Nutzen. Zwar spielt die Inflation auf den Forex-Märkten eine wichtige Rolle, da sie von den Notenbanken, die das Zinsniveau kontrollieren, große Beachtung erfährt. Eine Ausrichtung der eigenen Aktivitäten anhand der Teuerungsrate macht aufgrund der Vielzahl der Einflussvariablen jedoch nur wenig Sinn. Einzig im zeitlichen Umfeld von der Veröffentlichung der Inflationsrate eines Landes durch amtliche Stellen kann es Sinn machen, auf eine über oder unter den Erwartungen liegende Inflationsrate zu spekulieren, da der Markt darauf möglicherweise reagiert. Die meisten Ansätze, die im Devisenhandel zur Kursprognose genutzt werden, sind jedoch technischer Natur und orientieren sich an Trendmustern im Markt oder an der Volatilität etc.
