Forex Trading-Beispiele

 

Um den Handel mit Devisen etwas anschaulicher zu gestalten, sollen zunächst einige Forex Trading Beispiele genannt werden, die Investoren im Trading-Alltag laufend begegnen. Insbesondere soll dadurch der Zusammenhang zwischen der bei jedem Trade zu erbringenden Margin-Leistung, dem Handelsvolumen sowie dem Gewinn bzw. Verlust und dessen Steuerung durch Stopp-Loss-Levels aufgezeigt werden.

Beispiel 1
Ein Investor geht aufgrund seiner Marktbeobachtungen davon aus, dass der USD gegenüber dem Euro abwerten wird. Zum Zeitpunkt seiner Einschätzung quotiert der Market Maker das Währungspaar EUR/USD mit 1,4020 zu 1,4022. Der Investor geht nun eine Longposition ein und kauft den Euro gegen den Dollar zu einem Preis von 1,4022. Das Stopp-Loss wird bei 1,4000 und damit 20 Pips unter dem bei Eröffnung gültigen Marktpreis gesetzt. Die Position hat einen Gegenwert von 100.000 Euro. Bei einem Margin-Satz in Höhe von einem Prozent müssen folglich 1000 Euro an Sicherheitsleistung hinterlegt werden, die sofort nach der Eröffnung der Position nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der Markt entwickelt sich wie erhofft: Der Dollar verliert gegenüber dem Euro an Wert. Zwei Tage nach Eröffnung der Position quotiert der Market Maker das Währungspaar EUR/USD mit 1,4260 zu 1,4262. Der Investor geht davon aus, dass der Aufwärtsimpuls vorerst beendet ist und schließt die Position. Der Gewinn des Investors berechnet sich nun wie folgt.

Zunächst ist der Profitfaktor der Position zu berechnen. Dies geschieht durch die Division des Verkaufskurses durch den Ankaufskurs. In diesem Fall also 1,4260/1,4022. Der Profitfaktor beläuft sich auf 1,017 (aus Vereinfachungsgründen hier minimal gerundet). Dieser Wert wird nun mit der Positionsgröße multipliziert: 100.000X1,017 ergibt 101.700. Dies entspricht dem Verkaufserlös, der bei Glattstellung der Position eingenommen wird. Mit diesem Erlös ist zunächst der in Anspruch genommene Kredit zurückzubezahlen: 101.700 abzüglich 99.000 Euro ergibt 2.700 Euro. Im zweiten Schritt sind dann die Zinsen für den Kredit vom Gewinn abzuziehen. Verlangt der Market Maker 6,0 Prozent Zinsen, sind für die Position, die über zwei Nächte gehalten wurde gemäß der actual/actual-Methode 33 Euro Zinsen zu zahlen. Wird weiterhin der Kapitaleinsatz des Investors abgezogen (1.000 Euro) verbleibt ein Gewinn in Höhe von 1.667 Euro. Dies entspricht bezogen auf das eingesetzte Kapital einem Gewinn im Umfang von 166,7 Prozent. Der immense Profit erklärt sich aus der Hebelwirkung: Der Markt hat sich um 1,7 Prozent in die „richtige“ Richtung bewegt. Durch den Einsatz des 100fachen Hebels wurden dann knapp 170 Prozent Gewinn erzielt. Das Beispiel ist keinesfalls weit hergeholt: Kursbewegungen wie die hier unterstellte im Umfang von knapp 250 Pips sind an den Märkten in regelmäßigen Abständen zu beobachten.

Beispiel 2
Der Investor sieht Potenzial für den Dollar und erwartet eine Abwertung des Euros gegenüber dem Greenback. Bei einem Kursstand EUR/USD 1,4300 zu 1,4302 shortet der Investor das Währungspaar. Der Verkauf erfolgt demnach zum Kurs von 1,4300. Diesmal fällt die Position etwas größer aus: 5 Lots sollen eingesetzt werden. Der Margin-Satz beläuft sich nach wie vor auf ein Prozent uns beträgt dementsprechend 5.000 Euro.

Der Investor lag wieder richtig: Nach drei Tagen quotiert der Market Maker das Währungspaar EUR/USD mit 1,4010 zu 1,4012. Die Glattstellung er Shortposition ist gleichbedeutend mit einem Kauf, so dass die Eindeckung zu 1,4012 erfolgt. Der Gewinn des Investors fällt diesmal noch größer aus als im ersten Beispiel: Der Profitfaktor beläuft sich in diesem Fall auf 1,02 (gerundet). Multipliziert mit 500.000 Euro ergeben sich so 10.000 Euro Gewinn, von denen keine Zinsen abzuziehen sind, da es sich bei der Position um einen Verkauf gehandelt hat.

Selbstverständlich verläuft das Trading nicht immer so erfolgreich wie in den beiden obigen Beispielen. Die Hebelwirkung führt, wenn nicht rechtzeitig der Ausstieg aus dem Markt durch eine Stopp-Order erfolgt, zu ebenso gravierenden Verlusten. Die Beispielrechnungen sollen dem Verständnis des Handels dienen. In der Praxis muss sich kein Investor Gedanken um die Berechnung des Gewinns machen: Die Plattform berechnet in Echtzeit Margin, realisierten und nicht realisierten Gewinn und Verlust sowie den Kontostand.

Anleger sollten bei der Berechnung des Gewinns sowie bei der Bemessung des Stopp-Loss-Levels immer den Spread mit ins Kalkül ziehen, den der Market Maker erhebt. Auch sollte stets beachtet werden, dass sich der Spread ohne Vorwarnung ausweiten kann. Ein zu eng gesetztes Stopp-Loss kann im ungünstigsten Fall zu Verlusten führen, die fast auf die Geld-Brief-Spanne zurückzuführen sind und nur geringfügig mit Marktbewegungen in die „falsche“ Richtung zusammenhängen.

Beispiel 3
Der Kurs des EUR/USD steht bei 1,2032 zu 1,2034. Der Investor geht von einem steigenden Euro aus und kauft 10 Lots zu 1,2034. Aufgrund der Größe der Position entschließt sich der Investor, ein sehr enges Stopp-Loss zu setzen, damit im Fall eines fallenden Euros die Verluste nicht allzu schmerzhaft ausfallen. Er setzt das SL daher bei 1,2029 und geht –weil er unerfahren ist und sich die Bedeutung des Spreads nicht vor Augen führt – davon aus, dass dies 5 Pips Abstand zum Marktkurs bedeutet. Bei Eröffnung der Position aber beläuft sich der für das Stopp-Loss relevante Kurs auf 1,2032 und liegt damit nur drei Pips unter dem Markt. Eine minimale Bewegung reicht nun aus, um die Glattstellung der Position zu veranlassen: Das System führt die Order bei 1,2029 aus und der Verlust des Investors ist besiegelt. Auch wenn dieses Beispiel sicherlich recht plakativ gewählt ist, macht es doch einen gerade bei Anfängern häufig anzutreffenden Fehler deutlich: Wird dem Markt zu wenig „Spiel“ gegeben, werden unnötige Verluste produziert, denen eine unverhältnismäßig geringe Chance auf Gewinne gegenübersteht. Die bessere Alternative wäre hier eine Verkleinerung der Position in Verbindung mit einem großzügigeren Stopp-Loss gewesen.

Forex Software Handelsoberfläche

Im obigen Screenshot ist die Handelsoberfläche zu sehen. In diesem Fall sind keine Positionen offen. Der dargestellte Chart zeigt das Währungspaar AUD/CAD, wie an der entsprechenden Anzeige ganz links oben im Menü zu sehen ist. Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Chartarten wählen. Neben Barcharts und Kerzencharts stehen auch exotischere Darstellungen, wie Kagi-oder Point-and-Figure-Charts zur Auswahl. Auch das Zeitintervall, auf das sich eine Charteinheit bezieht, kann variiert werden. Im Bild beträgt es eine Minute.

Symbolauswahl

Ein Klick auf den Symbol-Button neben dem Intervall-Auswahl-Feld ruft das Auswahlmenü auf: Der Investor kann nach einem gewünschten Währungspaar suchen und es in den Chart aufrufen. Wird in das Eingabefeld beispielsweise „EUR“ eingegeben, reduziert sich die Auswahl auf alle Währungspaare mit Beteiligung des Euros.

Forex Währungspaare

Das obige Bild zeigt nun den Chart des Währungspaares EUR/USD. Ein Klick auf die rechte Maustaste ruft ein Aktionsmenü auf. Der Investor hat nun verschiedene Möglichkeiten, die alle nur einen Klick auf den jeweiligen Befehl entfernt sind. Er kann zum aktuellen Marktkurs kaufen, eine Limitorder aufgeben oder – wenn bereits eine Position unterhalten wird – ein Trailing-Stopp setzen.

Devisen Kaufen

Entscheidet sich der Investor zum Kauf, klickt er auf den entsprechenden Befehl, woraufhin das obige Fenster erscheint. Der aktuelle Kurs, der vom Market Maker angeboten wird, erscheint indem Fenster. Der Investor kann nun die gewünschte Positionsgröße angeben. Mit „Abschicken“ wird die Order erteilt.

Das Chartbild ändert sich nach Ausführung der Order:

Trading Einstiegsniveau

Im Chart ist jetzt eine Linie eingezeichnet, die das Einstiegniveau des Investors markiert. An der roten Zusatzmitteilung ist zu erkennen, dass sich die Position im Verlust befindet. Dies ist wie auch hier in geringfügigem Ausmaß direkt nach Eröffnung der Position immer der Fall: Der Kauf erfolgt zum Briefkurs, der Verkauf zum Geldkurs, der die Grundlage für die Profitrechnung darstellt.

Läuft die Position dann in die Gewinnzone, wird die Hinweisschrift grün:

Gewinnzone

Die Menüleiste am oberen Bildrand enthält zahlreiche Funktionen.

Forex Chartliste

Der Investor kann Chartlisten sowie ein Übersicht über offene Positionen und andere nützliche Dinge über den Menüpunkt „Übersicht“ auswählen. Flat-FX bietet dabei nützliche Short-Keys: Um die Kursliste aufzurufen, können Nutzer Strg+Q drücken, mit Strg+P werden die offenen Positionen gezeigt und offene Orders sind über Strg+W zu erreichen. Die schnellen Kombinationen sind als außerordentlich nützlich im manchmal hektischen Trading-Alltag einzustufen.

Ein sehr nützliches Tool ist das Dashboard des FX-Flat-Trading-Tools. Mit einem Klick können die wichtigsten Währungspaare in den Blick gerückt werden.

Forex Währungspaare

Wie im Jargon üblich werden dabei nicht die kompletten Kurse angezeigt, sondern lediglich die letzten beiden Nachkommastellen. Alle Währungspaare werden zum Kauf wie zum Verkauf angeboten. Ein Klick auf die gewünschte Order öffnet ein neues Fenster: Der Kunde bekommt einen Kurs angezeigt und wird gefragt, ob er zu diesem kaufen möchte. Bestätigt er die Order, wird diese umgehend ausgeführt und ins Konto eingebucht. (siehe Bild A)

Um sich stets über aktuelle Geschehnisse auf dem Laufenden zu halten, müssen Nutzer der FX-Flat-Software lediglich auf die schwarzen Schlagzeilen im oberen Bereich der Anwendung klicken. Umgehend öffnet sich dann ein neues Fenster. Das News-System ermöglicht es. Alle marktrelevanten Geschehnisse im Blick zu behalten um im Bedarfsfall rechtzeitig reagieren zu können.

Technische Analyse

Technische Analysen können mit der FX-Flat-Software einfach durchgeführt werden. Links neben dem Chart finden sich die Werkzeuge. Trendlinien finden sich dabei ebenso wie Fibonacci-Retracements, Trendkanäle und zahlreichen andere Instrumente. Dem Anwender sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Trading Trendlinie