Wie in anderen Märkten auch versuchen Anleger im Devisenhandel, durch systematische Ansätze ihren Erfolg zu maximieren. Diese Ansätze können von einfachen Indikator-Kombinationen bis hin zu komplexen neuronalen Netzen reichen. Wesentliches Charakteristikum aller Handelsansätze ist dabei die regelbasierte Signalgenerierung. Das System erzeugt auf der Grundlage einer bestimmten Vorgabe Ein-und Ausstiegssignale. Die drei wesentlichen Typen von Handelssystemen, die Forex-Signale generieren, sind dabei trendfolgende Indikationen, Swing-Trading-Ansätze und Ausbruchstrategien.
Trendfolge-Systeme suchen systematisch nach bestehenden Markttrends. Die zugrunde liegende (und empirisch belegte) Annahme dabei ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein etablierter Trend fortsetz, größer ist als die, dass er abbricht. Folglich lässt sich mit einem Trendfolgesystem eine ausreichend hohe Trefferquote realisieren, um in Kombination mit professionellem Risiko-und Money-Management Profite zu generieren. Trendfolgesysteme sind relativ einfach und auch von Anlegern die im Bereich der regelbasierten Signalgenerierung nur wenige Erfahrungen haben, leicht umzusetzen. Trends können dabei in unterschiedlichen Zeithorizonten identifiziert werden: Intraday-Trends bieten sich zum Trading ebenso an wie mittelfristige, über mehrere Wochen existierende Impulsbewegungen. Aufgrund der Vielzahl der zum Handel zur Verfügung stehenden Währungspaare findet ein gutes trendfolgendes Handelssystem nahezu immer aussichtsreiche Marktkonstellationen, so dass die ersten Gewinne nicht lange auf sich warten lassen sollten.
Anleger können selbst Handelssysteme erstellen, indem sie mit einer geeigneten Software eine Indikator-Kombination programmieren, die plausible Ein- und Ausstiegssignale generiert. Dafür ist allerdings ein fundiertes Know-How über die Technische Analyse im Allgemeinen und quantitative Indikatoren im Speziellen erforderlich. Neben einer Indikator-Kombination, die plausible Signale generiert, bedarf es für ein erfolgversprechendes System auch leistungsfähiger Filterregelungen, die die Signale qualitativ bewerten und selektieren. Ein erfolgreiches System setzt sich aus zwei Verhältnissen zusammen. Zum einen ist das Verhältnis von Signalen, die zu einem profitablen Ergebnis führen zu solchen, die in einem Verlust enden, günstig für den Anleger. Zum anderen muss das Verhältnis der Gewinne, die mit profitablen Trades erwirtschaftet werden zu den Verlusten, die der Trader mit nicht profitablen Trades erleidet, ebenfalls günstig. Mathematisch betrachtet setzt sich der Profitfaktor einer regelbasierten Signalgenerierung aus dem Produkt der beiden Ratios zusammen.
Schon bei der Konzeption eines Handelssystems, mit dem Forex-Signale erzeugt werden, wird der Zielkonflikt zwischen den beiden Variablen deutlich, den es zu optimieren gilt: Ein System, das sehr viele profitable Trades erzeugt, ist meist eines, das zu zwar vielen, aber im Einzelnen recht kleinen Gewinnen führt. Eine Systematik, die große Gewinne in einzelnen Positionen ermöglicht, verzeichnet dagegen in der Regel eine geringere Trefferquote. Intuitiv lässt sich dieser Zusammenhang anhand der Tatsache verstehen, dass große Gewinne in hoher Anzahl bei gleichzeitig wenigen und dann geringen Verlusten unwahrscheinlich sind.
Anfänger sind gut beraten, ein System zu konfigurieren bzw. zu nutzen, das eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit verbundenen mit vielen kleinen Gewinnen generiert. Solche Ansätze lassen sich aus psychologischer Sicht deutlich einfacher umsetzen als Systematiken, die häufig mit der Realisation eines Verlustes verbunden sind. Gerade zu Beginn der Trading-Aktivitäten nämlich fällt es vielen erfahrungsgemäß schwer, mit Verlusten umzugehen. Im schlimmsten Fall werden dann Stopp-Loss-Level gelöscht und große Einbußen in Kauf genommen. Systeme, die für Anfänger geeignet sind, lassen sich oft sehr leicht konstruieren. Eine simple trendfolgende Strategie, die über verschiedene Zeithorizonte hinweg Trends aufspürt und ihnen folgt, lässt sich mit sehr wenigen Indikatoren bzw. Filtern realisieren und liefert in der Regel bereits nach kurzer Zeit Ergebnisse.
