Privatanleger erhalten den Zugang zum Forex-Markt über Forex Plattformen von Market Makern. Diese haben sich in vielen Fällen auf den Handel mit Devisen spezialisiert, bieten allerdings auch oft das Trading mit CFDs und FFDs an. Die Plattformen stellen eine Komplettlösung für den Handel dar: Die Führung des Handelskontos mit allen Ein- und Auszahlungen erfolgt ebenso über die Anwendung wie das Trading selbst. Auch sämtliche Research-Vorgänge, Technische Analysen sowie die News-Systeme sind über die Plattform zugänglich. Die Plattformen können sowohl webbasiert sein als auch auf den PC heruntergeladen werden. Auch Anwendungen, die auf dem Mobiltelefon installiert werden und somit den Handel unterwegs ermöglichen, sind auf dem Markt. Einige Anbieter kombinieren sogar alle Varianten und stellen eine sehr umfangreiche computerbasierte Anwendung zur Verfügung und unterhalten darüber hinaus Lösungen, die über das Internet und über das Mobiltelefon erreichbar sind.
Gebühren für die Eröffnung und Führung eines Handelskontos fallen in der Regel nicht an. Bei der Einzahlung von Guthaben können allerdings Spesen anfallen. Einzahlungen können meist sowohl per Banküberweisung als auch per Kreditkarte erfolgen. Viele Anbieter erfordern nach der Kontoeröffnung eine Mindesteinzahlung, damit das Trading aufgenommen werden kann. Um ein Handelskonto zu eröffnen, müssen Anleger verschiedene Formulare ausfüllen und umfangreiche Risikohinweise zur Kenntnis nehmen. Das Verständnis der Verlustrisiken ist dabei außerordentlich wichtig: Je nach Forex Plattform kann der maximale Verlust, der im schlimmsten Fall erlitten wird, über das eingesetzte Kapital hinausgehen und das Vermögen des Kontoinhabers betreffen. Hier gilt es, die jeweiligen Umstände im Detail zu klären: Einige Plattformen begrenzen das Risiko auf das auf dem Konto befindliche Kapital, andere wiederum unterlassen dies. Werden die Verluste auf den Einsatz begrenzt, stehen meist - zumindest bei vollwertigen Accounts, die auch den Handel mit größeren Beträgen zulassen – nur begrenzte Hebel zur Verfügung.
Auf den Plattformen stehen meist mehr oder minder umfangreiche Analyse-Möglichkeiten zur Verfügung. Gängige Chart-Applikationen sind dabei ebenso in der Anwendung integriert wie News-Systeme, wie solche von Reuters oder Bloomberg. Anleger benötigen zum Handel somit keine separate Software und auch keine Kursdatenabonnements.
Je nach Anbieter werden Einlagen auf dem Handelskonto verzinst. Wie hoch die Verzinsung ausfällt und wann eventuelle Gutschriften erfolgen, muss im Einzelfall den Angebotsbedingungen entnommen werden. Auch die Verzinsung für den Einsatz von Hebeln (der letztlich nichts anderes darstellt als eine Kreditaufnahme) ist den Bedingungen zu entnehmen. Mitunter finden sich dabei außergewöhnliche Konstruktionen: ABN Amro beispielsweise rechnet mit einer stetigen Verzinsung auf Sekundenbasis ab.
Viele Plattformen stellen sich und ihre Software auf Roadshows ausführlich interessiertem Publikum vor. Dabei können sich Investoren von den Funktionalitäten unter Anleitung durch einen Supervisor überzeugen. Die Roadshows finden in der Regel bundesweit und in regelmäßigen Abständen statt. Neben einer Vorstellung der Software werden auch andere Inhalte angeboten, wie etwa Workshops zum Thema Handelsstrategien oder Vorträge zur Investmentpsychologie. Die Angebote können einen echten Nutzen darstellen, weil unter Anleitung die Einarbeitung in eine bestimmte Software schneller von Statten geht als allein in Eigenregie. Interessenten sollten sich jedoch stets bewusst sein, dass es sich bei den Angeboten um Werbemaßnahmen handelt, die der Umsatzsteigerung des Forex-Brokers dienen und deshalb nicht unbedingt objektiv ausfallen. Wer ein Seminar im Rahmen einer Roadshow besucht, sollte sich deshalb auch über die Schwächen eines Anbieters informieren. Typischerweise ist dabei auf die Anzahl der zur Verfügung stehenden Währungspaare, die bei einigen Brokern recht klein ausfällt, sowie auf den Spread außerhalb der Haupt-Handelszeiten zu achten, da hier die größten Unterschiede zu finden sind.
Eine gute Plattform zeichnet sich dadurch aus, dass der Handel schnell und ohne Verzögerungen durchgeführt werden kann. Weiterhin sollte die Plattform andere Werkzeuge entbehrlich machen und im Hinblick auf Kursdatenversorgung, News-Systeme und Charting-Applikationen alles bieten, was für das erfolgreiche Trading notwendig ist.
