Der Handel mit Währungen findet nicht an einem zentralen Ort (einer Börse) statt, wie es bei Aktien der Fall ist. Vielmehr werden Devisen zwischen Banken gehandelt. Der Forex-Markt unterliegt deshalb nicht den zeitlichen Beschränkungen, die den Handel mit Aktien oder anderen Finanzinstrumenten prägen. Aufgrund der Zeitverschiebung wird rund um die Uhr mit Währungspaaren gehandelt. Sonntagabend beginnt der Devisenhandel in Australien und Neuseeland, Freitagnacht endet er in den USA. Anleger können somit praktisch immer traden.
Der Forex-Markt wird von vielen Experten als der „fairste Markt der Welt“ bezeichnet. Anders als beim Handel mit Aktien existieren im Devisenhandel keine Insiderinformationen und auch die Manipulation der Kurse durch einzelne Marktteilnehmer ist aufgrund des riesigen Marktvolumens kaum möglich. Privatanleger sind deshalb mit denselben Chancen ausgestattet wie institutionelle Marktteilnehmer. Sofern die notwendige technische Ausstattung vorhanden ist, kann somit jeder im Forex-Markt Geld verdienen – vorausgesetzt der Handelsansatz stimmt.
Der Handel mit Währungspaaren ist durch ein Höchstmaß an Flexibilität gekennzeichnet: Anleger können sowohl auf die Auf- als auch auf die Abwertung eines Wertes setzen und an Kursbewegungen jeglicher Art partizipieren. Da die absoluten Kursveränderungen im Devisenmarkt in der Regel klein sind, wird fast immer ein Finanzhebel eingesetzt. Dieser kann sich –je nach Anbieter und Kontovolumen - auf das bis zu 400fache des eingesetzten Kapitals belaufen. Für gewöhnlich nutzen die meisten privaten Trader allerdings einen Hebel in der Größenordnung zwischen 50 und 100.
Ein 100facher Hebel führt dazu, dass eine Kursveränderung im Markt um lediglich ein Prozent zu einer Verdopplung des eingesetzten Kapitals führt, wenn der Investor die Marktrichtung korrekt eingeschätzt hat und im Gegenzug einen Totalverlust verursacht, wenn der Anleger auf der „falschen“ Seite steht. Die Hebelwirkung macht effektive Verlustbegrenzung und professionelles Money Management noch wichtiger, als es im Aktienmarkt der Fall ist. „Buy- and-hold“-Strategien sind im Forex-Markt deplatziert – nur aktive Investoren mit einem leistungsfähigen Ansatz haben Aussichten auf nachhaltigen Erfolg.
Um aktiv am Handel teilnehmen zu können müssen Anleger zunächst ein Handelskonto bei einem Market Maker eröffnen. Dieses unterliegt in der Regel denselben rechtlichen Bestimmungen wie andere Konten auch und muss deshalb auf eigene Rechnung geführt werden. Zur Eröffnung ist ein postalischer Identitätscheck erforderlich. Weiterhin müssen Investoren eine Erklärung unterschreiben, in der sie das Risiko, das mit dem Handel von Devisen verbunden ist, zur Kenntnis nehmen. Ist das Konto eröffnet, kann die Einzahlung von Geldern von jedem deutschen Girokonto des Kontoinhabers erfolgen.
Nach der Eröffnungs-Prozedur kann das Trading dann sofort losgehen. Orders werden in der Regel direkt mit einem Klick auf den Chart erteilt. Über das Kontextmenü können Anleger kaufen oder verkaufen, Limits einsetzen oder streichen und alle anderen wichtigen Trading-Funktionen wahrnehmen. Nach Absenden einer Order wird diese im Regelfall binnen Bruchteilen von Sekunden vom System akzeptiert und entsprechend auf dem Handelskonto gebucht. Der Anleger kann dann sofort sehen, wie viel Kapital er für die durchgeführte Transaktion als Sicherheitsleistung hinterlegt hat und welche Mittel ihm für weitere Aktivitäten zur Verfügung stehen. Auch ist in Echtzeit das Gesamtvermögen unter Berücksichtigung der offenen Positionen ersichtlich. Bereits in der Vergangenheit erzielte Gewinne oder Verluste werden ebenfalls separat ausgewiesen. Die Handhabung der Plattformen bedarf in einigen Fällen etwas Übung, lässt sich jedoch schnell erlernen.
